Re: arroganz der Menschen - ET-Rätsel für die Menschen
menschenian Wingert (juli@nwingert.com) schrieb am 9. Januar 2002
> 10:30
> …
> > > wer sagt das Auserirdische funkwellen benutzen?
Tja… wer sagt, dass sie es nicht machen? Immerhin sind
elektromagnetische Wellen extrem geeignet für diesen Zweck, weil sie
sich auch im leeren Raum ausbreiten können und höhere Geschwindigkeiten
erreichen als jedes Stück Materie.
> > > ich halte das für schwachsinnige Geldverschwendung.
>
> ACK!
Ich glaube, es gibt teureren Schwachsinn als das Versenden dieser
Mitteilung. Die Arbeit am Algorithmus und der Codierung bietet vielen
Leuten einen Broterwerb und dürfte ein paar Erkenntnisse abwerfen, die
anderswo nutzbar sind. Eine Sendeanlage muss auch nicht mehr extra
gebaut werden. Die steht schon lange.
> > Ganz Deiner Meinung wir versuchen mit Gewalt was zu finden, das
> > es entweder nicht gibt oder in einer ganz anderen Form.
Die meisten religiösen Menschen tun das auch (zumindest in den Augen
der Atheisten oder der Anhänger einer anderen Religion). Ich habe schon
oft festgestellt, dass die Tiefen der Wissenschaft für jeden
Nicht-Spezialisten einer Religion gleich kommen, weil er die Aussagen
nicht prüfen kann.
> Genau. Wer sagt denn, daß die Jungs da oben sich auch für den
> Weltraum interessieren.
Das war dann halt Pech. Niemand kann das wissen (weder das noch das
Gegenteil). Wenn wir uns die Wesen auf unserem Planeten ansehen wird
schnell klar, dass so ziemlich alle dazu neigen, die Dinge um sie herum
zu untersuchen. Schon um an Nahrung zu gelangen ist das absolut
notwendig.
> Vielleicht fühlen sie sich auf ihrem Planeten ganz wohl,
> weil sie ihn fürsorglich behandeln und so über Jahrtausende eine
> lebenswerte Welt haben.
Wenn sie keinen Kontakt mit uns wünschen werden sie uns nicht
antworten. Das ist ihr Recht.
> > Wie können wir davon ausgehen, daß die Form der Sprache die wir
> > benutzen bei denen überhaupt entschlüsselbar oder verständlich
> ist.
Fast genau so wahrscheinlich ist, dass diese Wesen in der Lage sind,
jede beliebige Sprache innert 10 Minuten zu lernen. Wir wissen es
nicht.
> > Solche Projekte gehören eingestellt und diese Gelder sinnvolleren
> > Dingen zugewandt. Es gibt noch viele Krankheiten auf unserem
> > Planeten die man bekämpfen müsste bevor man in den Weltraum
> zieht.
Alles auf eine Karte setzen? Vielleicht gibt es in 3 Lichtjahren
Distanz eine Zivilisation, die uns gerne ein paar Tips gäbe, wenn wir
sie denn fragen würden. Vielleicht wollen sie dafür ja auch ein paar
Dosen Thunfisch, die wir ihnen mit der heutigen Technologie und etwas
Arbeit vermutlich zuschicken könnten.
> Oder Terror bekämpfen.
*SCNR*
Da gab es doch letztlich Pläne, ein weltraumgestütztes System zu
installieren, um Krisengebiete abzuschirmen…
> > Was ich mich frage:
> > Warum tun wir das eigentlich? was würde uns anderes Leben da
> > draußen wirklich bringen?
Keine Ahnung. Aber da der Mensch ein Wesen ist, dass von Natur aus
lieber in in Gruppen lebt, als alleine, glaube ich, dass angesichts
eines mehr oder weniger unendlich grossen Raums tief verwurzelte Ängste
wach werden. Das Wissen, dass dieser Raum von lebenden Wesen erfüllt
ist, wäre für mich irgendwie beruhigend.
> > Erhoffen sich die Menschen in Ihrer maßlos
> > besitzergreifenden Art wirklich noch einen Planeten, auf dem
> > Menschenähnliche Wesen leben wo unsere Bevölkerung dann umziehen
> > könnte wenn wir unser Erdkugel verseucht und zu Grunde gerichtet
> > haben oder was soll der Scheiß sonst?
Dafür wäre ein leerer, aber bewohnbarer Planet sicher sehr viel besser
geeignet. Die Botschaft, in der es im Artikel geht, trägt dazu wenig
bei (allenfalls indirekt, falls eine ausserirdische Zivilisation über
mehr Wissen zum Thema verfügt und das mit uns teilt).
> Hihi, man stelle sich vor, die Jungs kommen wie in Independence Day
> daher, haben sich aber vorher schon einen Virenscanner installiert.
> *g*. Dann ists aus mit der Menschheit.
Die finden uns sowieso. Es gehen genügend ungezielte Signale von
unserem Planeten aus und der Umstand, dass er über gemässigtes Klima,
Sauerstoff und grosse Mengen an Wasser verfügt lässt sich auch
feststellen, wen wir gar nichts sagen.
> Btw: Glaubt eigentlich jemand, das wenn jemand die Botschaft
> empfängt und zur Erde reist, daß er dann noch Menschen hier
> vorfindet?
Eine weitere Urangst des Menschen ist, vergessen zu werden. Wenn die
Botschaft einmal ausgesandt ist existiert sie unabhängig vom Schicksal
der Menschheit. Damit hat sie bereits einen Teil ihrer Aufgabe erfüllt
- der einzige Teil nota bene, der garantiert erfüllt werden kann.
> Im
> Universum ist Lichtgeschwindigkeit nicht gerade schnell und der
> Menschheit gebe ich allenfalls noch maximal 200 Jahre, dann haben
> sie sich mit einem dummen Krieg, einer blöden Umweltkatastrophe oder
> einem schiefgelaufenem Gen-Experiment dahingerafft.
Die Gelegenheit, auszusterben, hat die Menschheit schon früher gehabt.
Ich weiss nicht, welche Lebensbedingungen *tatsächlich* unerträglich
sind.
Ich werde auf jeden Fall (ohne blinden Aktionismus) alles tun, was in
meiner Macht steht, um dafür zu sorgen, dass die Menschheit
weiterbesteht (natürlich bin ich froh, dass es nicht von mir allein
abhängt!).
> Spunky
Der Knochen