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"Re: - Von Menschen-Monstern" was posted on Jul 15, 2008 by admin

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Re: - Von Menschen-Monstern

menschenechanismus ist eben nicht trivial. Es gibt z.B. den Egoismus
> und es gibt den Altruismus und dann gibt es die fliessenden
> Übergänge zwischen den beiden und die (philosophische) Diskussion,
> ob Altruismus nicht auch nur eine Form des Egoismus ist.
Tja, wenn etwas kein Egoismus wäre, dann würde doch in diesem Punkt
auch der Mechanismus des Egoismus gar nicht wirken, oder? Was hat
eine Diskussion darüber, ob Egoismus permanent ist oder nicht, mit
der Wirkungsweise desselbigen zu tun? Das sind zwei verschiedene
Dinge.
> …
> Ich hoffe, mit meinem lächerlichen kleinen Beispiel habe ich
> die Problematik angerissen und Du erkennst, dass die
> Behauptung, der Mechanismus hinter dem Ego sei trivial,
> nicht haltbar ist. Ansonsten erkläre ihn umfassend! Es
> ist ja schliesslich trivial.
Habe ich doch schon - es reduziert sich auf positive und negative
Impulse. Wir könnten auch noch diskutieren, woher die Krümmung bei
der Banane kommt, nur hat das nichts mit dem ursprünglichen Thema zu
tun. :) Ihr Löwe erfährt im Übrigen auch Impulse, beim Totbeißen der
Kleinen ist es ein Instinkt, der das Verhalten ihm gegenüber als
positiv bewertet.
> …
> Deine Behauptung, dass das Wissen über Unrecht verhindert, das
> Straftaten begangen werden, ist nicht haltbar. (Ich gebe Dir
> ein Stichwort: Skrupel).
Jaho, ich glaube, Sie stehen da auf dem Schlauch. Der Täter erfährt
z.B. durch das Wissen, dass seine Tat evtl. schlecht ist, zusätzlich
einen negativen Impuls - nimmt man einfach die Gesamtheit aller
Impulse und schaut sich das Ergebnis an, dann hat wohl am Ende
temporär ein positiver vorgelegen, sonst wäre ja die Tat nicht
begangen worden. Wie dieses “Ergebnis” vorher zu Stande kommt, das
ist in der Tat kompliziert, das verneine ich auch nicht. Wenn Sie mit
Skrupel Instinkte meinen, auch das ist kein Widerspruch.
> …
> Du verkennst die neuen Entwicklungen in der Psychologie. Ich
> widerspreche Dir hier!
Die Psychologie kann von mir aus machen was sie möchte, aber die von
der Psychologie aufgestellten Denkmodelle lassen kein
“psychologisches Böse” zu. Und wenn manche Psychologen der Meinung
sind, dann ist das ihre Persönliche, sie können sie aber nicht
belegen. Im Übrigen sind nicht wenige Annahmen sowohl in der
Psychologie als auch in der Psychiatrie mit großer Vorsicht zu
genießen, das gilt ebenso für die Philosophie - aber wie gesagt, ich
diskutiere hier nicht über die Krümmung von Bananen.
> …
> Es ist aber eine Erfindung des Menschen und metaphysisch.
Dann definieren Sie doch einfach mal das “psychologische Böse”, da
wäre ich gespannt, wie das einer Kritik standhalten soll. Und vor
allem, wie es sich von einer willkürlichen Erfindung des Menschen
unterscheidet.
> Leibniz und Descartes hat vom Homunculus gesprochen. Es gibt ihn
> aber nicht. Es gibt keine übergeordnete Instanz, die die Fäden zieht
> im menschlichen Hirn (vgl. Antonio R. Damasio: Descartes Irrtum)
Unbewusstes oder unterbewusstes Denken muss nicht “übergeordnet”
stattfinden, es kennzeichnet sich eher dadurch, dass es nicht
“bewusst” wahrgenommen wird. Sie können auch Erinnerungen im
Gedächtnis haben, die sie nicht “bewusst” haben, aber plötzlich
erinnern sie sich wieder daran.
> …
> Das ist in einer parlamentarischen Demokratie mit Gewaltenteilung
> (sprich gegenseitiger Kontrolle) kein Problem. Die Einschränkung
> der persönlichen Freiheitsrechte werden GENAU mit dieser
> Argumentation
> begründet (aktuelles Beispiel: Flugpassagierdaten/USA)
Sie werden damit begründet, dass sich “die Überwacher außerhalb der
Regel” stellen, die sie aufstellen. Und damit verletzen sie ihre
eigene Begründung und qualifizieren ihre Überwachungsmaßnahmen als
illegitim.
> Schlage das Wort Meta nach und erkenne, dass oberhalb in “”
> geschrieben wurde.
Ja, aber die Kirche muss kein “Meta” anerkennen, dazu zwang sie
damals jedenfalls niemand.
> > Daher spreche ich ja auch von der Gesamtheit der Sichtweisen, nicht
> > nur von der “eines” Opfers.
>
> Erkläre “Gesamtheit der Sichtweisen”!
Das hatte ich bereits.
> > > Meine Frage war: “Welche Konsequenz und welchen Begriff?”
> >
> > Die Konsequenz, die sich aus der Begrifflichkeit der Definition der
> > Straftat ergibt. Diese Definition ist von Unschärfen gekennzeichnet.
>
> Darum gibt es eben Relativierungen. Verstehst Du jetzt?
Warum es Relativierungen gibt, ist mir schon klar. Mir geht es aber
darum, dass diese Relativierungen ständig weiter abgebaut werden
müssen, weil sie nicht zulässig sind. Relativierungen deuten auf
Probleme hin, und Probleme muss man lösen, die Relativierung ist
nicht akzeptabel.
> Da Straftat ein gesellschaftlicher Begriff ausserhalb der Moral
> ist, nein.
Tut er aber. So wie die Soldaten auch.
> Deine Aussage ist nichts weiter als die Behauptung: Jeder Mensch kann
> krank werden. Ein Allgemeinplatz.
Ist das Begehen einer Straftat jetzt schon wieder eine Krankheit?
> > > Gemäss Nietzsche ist der Mensch nichts weiter als “der Wille zur
> > > Macht und nichts ausserdem”. Seine Forderung an den Menschen
>
> > Da hat Nietzsche geirrt, denn “Macht” ist nicht der einzige Impuls,
>
> Hört, hört. Könnte es auch sein, dass Z irrt?
Ich habe doch weitere Impulse genannt, waren Ihnen die zu abstrakt?
Wenn Sie kein Argument bringen, dann erwarten Sie hoffentlich nicht,
dass ich ernsthaft darauf eingehe.
MFG/Z

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