Empirik? - Von Menschen-Monstern
> > sie rein rethorisch zu verstehen? Sollten wir über die Ästhetik
> > der Fragestellerei diskutieren? Wo würde das landen nach einigen
> > intellektuellen Höhenflügen?
>
> Die Frage ist insofern rhetorisch, als sie versucht einem älteren
> Konzept, dem der “Disziplinierung” ein neueres Konzept, das der
> “molekularen Hirnmaschine”, auf die hin nun auch “Normalität”
> definiert werden muss, gegenüberzustellen.
Ob sich das überhaupt gegenüberstellen lässt? Nichtwissen prallt
auf Nichtwissen, resp. einer empirisch nicht oder schwer
nachprüfbaren
These wird eine empirisch noch schwerer überprüfbaren These
entgegen gestellt. Und zu allem Übel muss nun auch noch
“Normalität” in Bezug auf den Menschen, sein menschliches
(irrationales) Verhalten defininiert werden.
> Dass hier zwei ganz
> unterschiedliche Welten und Auffassungen vom Menschen
> aufeinandertreffen, sollte den “ästhetischen Effekt” ausmachen. Nun
> kann man sich in zwei Richtungen bewegen: entweder mobilisiert man
> die Dialektik und subsummiert den scheinbaren Widerspruch unter
> dasselbe Konzept, d.h. die Disziplinierung wird nur weiter verfeinert
> und vertieft, aber nicht mehr unter ihrem Begriff. Für den
> Dialektiker ist die Aufhebung der Disziplinierung nur scheinbar.
… und landet in der Denkfalle, denn empirisch nachvollziehen und
begründen kann man das nicht.
> Stattdessen hat sie sich vielmehr universalisiert und ist tief in die
> Materie selbst eingedrungen. Oder man lässt das Konzept ganz fallen,
> dann bewegt man sich aber ausserhalb der kritischen Theorie
> Foucaults. Es geht weniger darum, ob das Konzept der Disziplinierung
> an ihrem konkreten Objekt, dem Delinquenten, in der Praxis scheitert
> ( weil das Gehirn so kompliziert ist), sondern ob sich die
> Zielrichtung verändert hat, ob an der Utopie der Disziplinierung, der
> Identifizierung des Abweichlers mit dem Kranken und der präzisen
> Definition der Krankheit festgehalten wird?
Es muss sozusagen festgehalten werden, ansonsten sich die moderne
Medizin orientierungslos nirgends festhalten kann.
> Wenn nicht, was tritt an
> diese Stelle oder ist an diese Stelle getreten und an welche Stelle
> hat sich Foucault, der der Psychiatrie kritisch gegenüber gestanden
> hat, selbst befunden?
Es ist der Wille zur Macht, ein unbedingter Trieb im Menschen, der
ihn zu dem macht, was er ist, der ihn das machen lässt,
was ihm nützt. (Will nicht behaupten, das träfe auf jeden Menschen
so zu!)