Abstraktion… - Von Menschen-Monstern
menschenEinwände, bzw. Fragen dazu:
> 1. Wo ist der Übergang zum pathologischen Verhalten (siehe auch
> weiter unten)?
Das kann man genau nicht sagen. Es gibt reversible und irreversible
Störungen beispielsweise, also sind auch mehrere Übergänge möglich,
deren Zeitpunkt oder Auslöser man aber häufig nicht genau bestimmen
kann.
> 2. Was sind das für Mechanismen? Eher neurologische oder eher
> psychologische Mechanismen? Emotional oder rational begründet?
> Was sind die Gründe hinter den Mechanismen?
Schön aufgezählt, kommt alles vor.
> Was ist abnorm? Und in wiefern bezieht sich das ausschliesslich(?)
> auf Straftäter? Verstehe das nicht.
Die Absicht, Abnormes zu “Disziplinieren” bezieht sich auf
Straftäter. Die Frage, ob allein die Absicht, Abnormität zu
definieren, schon auf einen Straftäter deutet, kann man mit “nein”
beantworten. Es ist aber aller Erfahrung nach in der Tat so, dass
beim Menschen das Bedürfnis, Normalität und Abnormität zu definieren,
leider häufig genug mit einer Disziplinierungsabsicht verbunden ist.
Daraus beispielsweise ergibt sich die Debatte um “politische
Korrektheit”, in der sich die Einen Definitionen verkneifen und auch
keine Definitionen sehen möchten, die tendentiell menschenverachtend
nutzbar sind und andere wiederum diesen Schritt als hysterisch
überzogen sehen und auf die wissenschaftliche Notwendigkeit von
Definitionen verweisen. Um das kurz zu erläutern.
> Auf was? Z.B. das Wegschliessen der Täter für eine gewissen Zeit?
Nein, wie kommen Sie denn auf diese Idee? Diese Fragestellung
entscheidet sich über gänzlich andere Gesichtspunkte.
> Muss da widersprechen. Alleine die Merkmale, die einen qualifizierten
> Mord ausmachen oder eben dadurch Totschlag und Tötung im Affekt
> unterscheiden, ist eine Berücksichtigung der dahinter stehenden
> Ideologie.
Das ist eine Berücksichtigung, die für den Täter getroffen wird, aber
sie relativiert für das Opfer nicht die erlittene Handlung. Und diese
Unterscheidung ist relevant. Nimmt man einen Auftragsmörder, so tötet
dieser für Geld und vielleicht für die Ehre, nimmt man einen
Soldaten, so tötet dieser ebenfalls für Geld, nämlich seinen Sold,
und vielleicht für seine Ehre. Ersteres ist im gesellschaftlichen
Kontext ein Straftäter, zweiteres nicht. Dennoch begehen beide aus
Sicht des Opfers Straftaten, für das Opfer bzw. abstrakter gesehen
ist die Ideologie nicht von Belang.
Es besteht z.B. das Problem, dass mehr Straftaten begangen werden,
als die Gesellschaft als solche wahrnimmt. Eklatant ist das z.B. in
einem bewaffneten Konflikt, in dem in der Regel aus Sicht der Akteure
auf beiden Seiten alle Taten “legal” und “legitim” sind - dennoch ist
das natürlich nicht der Fall. Will man sich damit auseinandersetzen,
muss man also abstrakt differenzieren.
MFG/Z