Bitte was? - Von Menschen-Monstern
des-fr-forums-politik-und-gesellschaft/”>der-woche-6/”>menschen Ich weiss “etwas” über Psychologie, Psychiatrie usw. Ich möchte
> gerne wissen, woher diese Behauptungen stammen.
>
> Allerdings kann man mit schlecht oder gar nicht erläuterten
> Begriffen wie “Mechanismen” wenig anfangen, da sie keinen
> weiteren Inhalt hergeben.
Ich kürze das jetzt mal schnell ab, denn Ihre anderen Einwürfe
zeigen, dass hier ein größeres Missverständnis vorliegt - ob nun von
Ihnen beabsichtigt oder nicht, lasse ich mal außer Acht.
Der Mechanismus des Egos ist wohl kein komplizierter, er bedarf
eigentlich keiner Erläuterung. Mir geht es um das Phänomen, mit dem
sich viele schwertun, nämlich den fließenden und schwer
abzugrenzenden Übergängen vom vermeintlichen Normalbürger zum
Straftäter. Der springende Punkt dabei ist, dass ein Mensch etwas
tut, wenn für ihn ein positiver Impuls zu der Handlung führt. Dieser
Impuls kann durch alle möglichen Effekte ausgelöst werden, durch
biologische Effekte, durch Traumata, durch nachvollziehbare
Bedürfnisse etc. etc. Wichtig ist dabei nur zu wissen, dass es so
etwas wie “das Böse” nicht geben kann und ein Straftäter nie ein
moralisches Monster werden kann. Jeder Mensch ist im Rahmen seines
natürlichen Egoismus und seiner Selbstbezogenheit ein latenter
Straftäter, ob er etwas tut, das die Gesellschaft als “Straftat”
erachtet, hängt eben davon ab, ob er die Straftat für sich als
positiv empfindet. Da ein Mensch ständig seine Bewertungen und sich
auch die Intensität seiner Wahrnehmungen ändert, besteht diese Gefahr
eigentlich immer. Jeder Mensch kann theoretisch, auch wenn vielleicht
gewisse Rahmenbedingungen gegen so etwas sprechen mögen, zum
Straftäter werden. Man kann davon ausgehen, dass es für jeden
Menschen einen Impuls gibt, der geeignet ist ihn zum Straftäter
werden zu lassen.
> Das Opfer? Bitte werde doch endlich mal konkret. Sollte das
> Opfer gemeint sein, dann verstehe ich den Begriff
> “Diszplininierung” nicht im Zusammenhang, wie Du ihn verwendest.
Da ist selbstverständlich das Opfer gemeint, es steht ja auch
“leiden” in dem Satz, dieses Verb wird wohl keine großartigen
Interpretationen zulassen.
> Nein! Sünden sind nicht abnorm, höchtens eine Abweichung vom
> gewünschten Standard.
Falsch, denn die Abnormität ist eine Definitionsfrage, und die Kirche
machte sich einfach eine Definition für Abnormität, die mit der der
Sünden zusammenfiel. Es gibt keine “Normalität”, es gibt unscharfe
Wahrscheinlichkeiten zu der Frage, was normal sein könnte, aber man
kann keine Normalität fest definieren. Man kann z.B. sagen, dass der
Mensch häufig mit zwei Beinen und zwei Armen auf die Welt kommt. Man
kann aber z.B. nur sehr geringe Aussagen treffen, welche geistigen
Fähigkeiten “normal” sind.
> …
> Also einfach und verständlich ausgedrückt: Der Mensch versucht
> stets seinen Mitmenschen von seiner Meinung zu überzeugen. Sehe
> da nichts Ungewöhnliches.
Es kommt darauf an, ob die Überzeugungsarbeit mit Gewalt einhergeht -
das wäre zwar nichts Ungewöhnliches, aber die Zivilisation versucht
das zu Recht zu verbieten.
> “auf eine Straftat”. So einfach ist das nicht. Es müsste dann ein
> höheres Recht geben, dass die Aktionen des “jemand” eindeutig als
> Unrecht qualifiziert.
Das ist die Sicht des Opfers, die das als subjektiv unrecht
qualifiziert.
> Aber sicher doch. Stell Dir vor, es zwingt Dich jemand, einen
> anderen zu töten. Du hast eine Wahl, entweder stirbt Deine Familie,
> oder das Opfer. Wen würdest Du wählen und wieso soll das nicht
> relativierbar sein?
> Ein solcher Mensch wird durch ein Gericht nicht gleich bestraft,
> wie ein Raubmörder.
Hier geht es erstmal gar nicht um das Gericht, sondern um die
Realität. Was wäre denn, wenn sich Ihr Opfer von Ihnen bedroht
gefühlt hat und sich deshalb die Situation in dieser Weise
eskalierte. Wie gesagt, eine Tötung ist aus Sicht des Getöteten nicht
relativierbar.
> Ich habe schwer das Gefühl, Du argumentierst aus einer religiös
> fundamentalistischen Position.
Im Gegenteil, religiöse Fundamentalisten würden ja gerade Straftaten
relativieren - im Übrigen zeigen Sie mit diesem Anwurf schon, dass
Sie offenbar nicht im Geringsten an einer Debatte interessiert sind
sondern sich nur an meinen Aussagen stören.
> “Gebot”, von wem sollte das denn aufgestellt sein?
Vom Menschen selber - was er definiert, daran sollte er sich auch
halten.
> Nein, das ist eine unzulässige Schlussfolgerung. Ich verstehe jetzt,
> warum Du es kategorisch ablehnst, die Beweggründe zu bewerten.
> Sonst könntest Du nämlich nicht auf diesen Schluss kommen.
Die Schlussfolgerung ist in der Tat zulässig, weil wir hier in einer
Realität leben, in der jeder für sich selbst subjektiv seine
Situation bewertet. Es gibt hier keine absolute Objektivität.
Objektivität entsteht ungefähr aus der zusammenfassenden
Berücksichtigung der Bedürfnisse möglichst vieler subjektiver und
unterschiedlicher Sichtweisen.
> Welche Konsequenz und welchen Begriff? Deine Schreibe ist sehr
> ungenau.
Wenn die Gesellschaft einen irrtümlich zum Tode Verurteilten
hinrichtet, dann ist das ein legaler, durch die Gesellschaft
legitimierter Mord. Was ist daran so schwer zu verstehen?
MFG/Z