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"Formalismen - Von Viren und Menschen" was posted on Aug 23, 2008 by admin

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Formalismen - Von Viren und Menschen

>>Etwas andere Erklärungsansätze findet man zb unter
>>http://www.rethinkingaids.com/ oder bei http://www.web.net/~whi/
>>Inwiefern diese Ansätze wissenschaftlicher Prüfung standhalten,
kann
>>ich als interessierter Laie nicht einschätzen. Allerdings kenne ich
>>auch keinerlei wissenschaftliche Untersuchung, die einen
eindeutigen
>>Zusammenhang zwischen HIV und AIDS belegt, für Links wäre ich
>>dankbar.
Wenn man die Details Revue passieren läßt, die inzwischen über
Wechselwirkungen zwischen Virus und Virusbestandteilen einerseits und
dem Immunsystem andererseits bekannt sind, kann eigentlich kein
halbwegs klar denkender Mensch anzweifeln, daß HIV die Ursache der
Immunschwäche ist.
Andererseits sind meines Wissens für HIV die “Koch’schen Postulate”
nach wie vor nicht erfüllt. Die “Koch’schen Postulate” sind FORMALE
Kriterien, die ein Keim oder ein Virus erfüllen muß, um als Erreger
einer Krankheit in Frage zu kommen. Die Kriterien sind:
1. Der Keim muß aus einem erkrankten Tier oder einem erkrankten
Menschen isoliert und in Reinkultur gezüchtet werden.
2. Ein Versuchstier, das mit der Reinkultur infiziert wurde, muß die
selben Symptome entwickeln, die auch das Ursprungstier zeigte.
3. Der während der Krankheit aus dem Versuchstier reisolierte und in
Reinkultur gezüchtete Keim muß mit dem in 1.) isolierten Keim
identisch sein.
Wenn diese drei Kriterien erfüllt sind, geht man normalerweise davon
aus, daß der fragliche Keim tatsächlich der Erreger einer Krankheit
ist.
Für HIV ist es fast unmöglich, diesem Formalismus zu entsprechen,
weil der Mensch der einzige Wirt ist, der AIDS entwickelt und sich
Menschenversuche von selbst verbieten. Da seit dem Ausbruch von AIDS
zahlreiche Unfälle dokumentiert wurden, bei denen sich medizinisches
oder wissenschaftliches Personal mit kontaminiertem Material
infizierte, ist die Beweiskette an dieser Stelle inzwischen praktisch
lückenlos.
Mit den beiden anderen Kriterien sieht es anders aus. Wegen der hohen
genetischen Variabilität von HIV sind selbst Virusisolate aus ein und
demselben Menschen zu unterschiedlichen Zeiten des Krankheitsverlaufs
sehr verschieden. Oft lassen sich aus einer Probe unterschiedliche
Virusstämme isolieren, die sich in vielen Parametern wie
Vermehrungsraten, bevorzugte Wirtszelltypen, cytotoxischen
Eigenschaften u.a.m. unterscheiden. Die Unterschiede zwischen
Isolaten aus unterschiedlichen Patienten sind ebenfalls groß.
Trotzdem haben alle HIV-Isolate dieselbe genetische Organisation,
codiert das Genom bei aller Plastizität für funktionell (nicht
strukturell!) identische Proteine.
Rein FORMAL lassen sich unter diesen Gegebenheiten die Postulate, die
vor rund 150 Jahren für Bakterien formuliert wurden, also nicht
erfüllen.
Dem Sinn nach sind sie aber längst und mit einer so überwältigenden
Detailvielfalt erfüllt, daß es keinen Zweifel mehr daran geben kann,
daß HIV AIDS verursacht.
Kein Zweifel besteht aber auch an der Feststellung, daß individuelle
Faktoren des Patienten und Krankheiten, die sich der Patient im Laufe
seiner HIV-Infektion einfängt, einen großen Einfluß auf den
Krankheitsverlauf haben.
microB

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