Gedankenspiele - Warum Menschen töten
menschen..
> Na klar. Konflikte lassen sich nicht vermeiden, weil Interessen und
> Motive unterschiedlich sind und einander oft diametral
> entgegenstehen. (Bin Gewinner des Binsenkorbes in Gold).
>
Sogar diese Binsenwahrheit leuchtet bei weitem nicht jedem ein.
Die meisten Menschen verstehen nicht mal, dass Vielfältigkeit
notwendige Basis jeglicher Entwicklung ist, und spielen gedanklich
mit allerlei total[itär]en Endlösungen, die uns alle oder zumindest
“die Aufrichtigen” glücklich machen und in die leuchtende Zukunft
führen würde.
> > …
> Meine Vorstellungen, Ideologien, persönliche Präferenzen, etc.
> gründen allesamt in einer basalen Gefühlsdichotomie zwischen dem, was
> ich als angenehm, und dem, was ich als unangenehm empfinde, und
> danach bewerte ich alles und danach richte ich alles aus. …
>
Nein, du tust dir Unrecht an, wenn du deine persönlichen Beweggründe
dermassen simplifizierst.
> …
> Unsere gedanklichen Fiktionen als etwas gänzlich von Gefühlen
> Getrenntes zu betrachten, hieße ihnen zuviel Ehre anzutun. Dass sie
> allesamt gefühlsmäßig eingefärbt (ich behaupte: begründet) sind,
> lässt sich am besten nachvollziehen, …
>
Menchen, besonders in westlichen Kulturkreisen, neigen zu massloser
Überschützung ihrer Rationalität. Dahinter steckt uralter mystische
Gedanke westlicher Kultur, dass die Welt an sich rational
erschaffen(!) ist.
Was du weiter basale Gefühle nennst, was aus meiner Sicht doch etwas
zu schwammig ist, pflege ich als mystische Wahrnehmung zu bezeichen.
Das ist m.E. konsruktivere Begriff. Ich bin sogar der Meinung, dass
sie notwendigerweise Atribut jeglicher Form Itelligenz seien muss(!).
Das ergibt sich schon aus Analyse des Erkenntnisprozesses, sowol im
onto- a.a. philogenetischem Diskurs.
Bei weiterem Interesse kannst du hier im Forum eine Suche nach
[COPOKA Realität Wahrnehmung] starten - ich hab mich schon öfters
dazu ausgelassen.
> Manche
> sind bei dem Versuch, diese Fiktion zu verwirklichen, verrückt
> geworden, andere rasch an dem gesellschaftlich Sanktionierten und
> Erlaubten gescheitert, …
>
Aber einigen Verrückten ist es doch “gelungen”, ihre Kopfgeburten,
die die Welt verbessern sollen, bis zu letzter Konsequenz
durchzusetzen - Lenin/Stalin oder Hitler, um einige zu nennen, oder
heutige Protagonisten “neuer Marktwirtschaft”. Interessanterweise
werden Menschen in solchen Kopfgeburten immer als eindimensionale
Wesen betrachtet (siehe ganz oben), die einer “großen Idee” oder dem
heiligen Zweck zu dienen haben. Der Hintergedankle taucht auch hier
im Forum gar nicht so selten als Leitmotiv auf.
> > [Empathie als Basis der Gerechtigkeit] Das kann
> > u.U. dazu führen, dass du dich über das Leiden des Anderen noch
> > freuen wirst - “Geschieht dem Scheusal zurecht!”.
>
> Nur, wenn ich zuvor dank meiner Fähigkeit zur Einfühlung in diesen
> Menschen und … [und …und] …
> Schluss ziehe: geschieht ihm recht ! - Und hier ist gleichzeitig
> schon ein Konzept von “Gerechtigkeit” inhärent …
>
Ja, eine “Gerechtigkeit” für dich, aber nicht an sich oder für mich
und schon gar nicht für den “Scheusal”.
> …
> > Begriffe wie Gerechtigkeit und Gemeinwohl sind nur hole Worthülsen,
> > die jeder für sich mit Inhalt füllen kann. …
>
> Nein, dadurch dass sie auf basalen Gefühlen und Empfindungen gründen,
> sind diese Begriffe eben keine “leeren Hülsen”
>
Für dich nicht, und für mich nicht. Nur die Füllung ist in allen
Fällen verschieden.
> > Ich denke Souveränität und Selbstbestimmungsrecht sind konstruktivere
> > Anhalts- oder Bezugspunkte, nach denen unser Gemeinsein ausgerichtet
> > werden kann. …
>
> Nein, Souveränität ist eine gefährliche Grundlegung für die Regelung
> menschlichen Zusammenlebens, weil es viele Menschen gibt, die diese
> Souveränintät ein Leben lang nicht haben,
Das ist schon ein selsames Argument. Es gibt sogar viele Menschen,
die nicht mal ein sauberes Wasser fürs Überleben haben.
> und weil wir alle sie
> zumindest zeitweise nicht wahrnehmen/ausüben können.
>
Mit [garantierter oder sogar gesetzlich verbriefter] Souveränität
meine ich keinesfalls Narrenfreiheit. Hier und jetzt genießen wir
[noch?] an bertächtlichem Maß an Souveränität, zumindest historisch
gesehen. Nur wird diese leider an bestimmte Bedingungen geknüft,
sodass manche uverhältnismässig viel und die anderen nur noch unter
menschenwürdigem Niveau davon haben. Das Maß an Souveränität wird an
das Geld geknüpft, u.z. fast ohne jeglichen Schranken.
> … Aber oft geschieht das genaue Gegenteil: dass nämlich
> potenzielle Souveränität verhindert wird.
>
Was ist _potenzielle_ Souveränität?
Eine Gesellschaft kann es ganz objektiv ein gewisses Maß an
Souveränität jedem Mitglied leisten, mal mehr, mehl weniger. Objektiv
betrachtet kann unsere Gesellschaft jedem gesunde Ernährung,
Bekleidung, eine warme Wohnung und paar Kleinigkeiten dazu gewähren,
tut es auch z.g.T. Das ist schon ein bertächtliches Maß an
Souveränität. Nur warum muss es noch an irgendwelche Bedingungen
geknüft sein?
> > Die meisten Ungerechtigkeiten beruhen sich m.E. darauf, dass Einige
> > sich anmaßen und das Recht erstreiten darüber zu entscheiden, was für
> > die Anderen oder gar für Alle gut sei und was sie zu tun oder zu
> > lassen haben.
>
> Ja, also müssen wir Verfahrensweisen finden, die dem vorbeugen und
> auch Alternativen bieten: …
Nein, wir müssen es keinem bieten. Mehr noch, wir müssen uns dazu
durchringen eine Struktur, eine Art und Weise des Zusammenlebens zu
schaffen, die uns daran hindert und es sogar verbietet, über oder für
andere zu entscheden. Nur so können wir uns von unserem Affenwesen,
das wir zu unterschätzen pflegen, emanzipieren.
Nur so lässt es sich m.E. Machtkonzetration und darausfolgende
Ungerechtigkeit verhindern. Unser Leben hat keinen teleologischen
Sinn, jeder muss eine Chance bekommen diesen Sinn für sich(!) zu
ergründen.
Apropos Teleologie, da kommt mir garade in den Sinn “Zur Teleologie”
von H.Heine:
http://www.payer.de/religionskritik/heine02.htm
> ebenso Gruß und ’schuldigung die späte Antwort, s
Dito!
COPOKA.